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Telekom plant scheinbar die Drosselung von DSL Anschlüssen

Publiziert am von Tobias Opitz

Wie ich gerade bei den Fanboys höre, zwitschert es von den Dächern, dass die Telekom plant einige Klauseln zur Drosselung der Geschwindigkeit DSL Anschlüssen, die schon seit einiger Zeit in einem Teil der Verträge schlummern, zur Anwendung zu bringen.

Beispielsweise soll die Geschwindigkeit bei dem Tarif „Call & Surf DSL“ bereits ab 75 GB Traffic auf 384 KBit/s sinken. Damit wären die meisten viele aktuelle Anwendungen im Web, wie beispielsweise Youtube, quasi nicht mehr nutzbar.

Auch Geschäftmodelle wie die Auslieferung von Software, Spielen und anderen Medien über das Netz würden massiv darunter leiden … von notwendigen Updates, für beispielsweise Betriebssysteme, gar nicht erst zu reden. Das Einsetzen einer Drosselung würde den Kunden damit unter Umständen sogar in Gefahr bringen, da wichtige Patchtes zum Schließen von Sicherheitlücken nicht mehr rechtzeitig geladen werden können. MMORPGs wie World of Warcraft oder Spiele mit Onlinezwang wie Diablo 3 könnten mit Einsetzen der Drosselung unspielbar werden und Freiberufler, die auf einen funktionierenden Internetanschluss angewiesen sind, können möglicherweise gar nicht mehr richtig arbeiten, weil beispielsweise der Dropbox-Sync nicht mehr funktioniert oder die Teilnahme an Meetings, z.B. mittels Skype nicht mehr möglich ist.

Die Telekom ist übrigens nicht der einzige Provider der DSL Anschlüsse einer Drosselung unterzieht. Auch 1und1 hat mit dem „Phone & Surf Special“ einen Tarif im Angebot der die Geschwindigkeit der Internetverbindung ab 100GB Traffic auf 1 MBit/s senkt. Allerdings wird der Kunde vor Abschluss explizit darauf hingewiesen und der Tarif ist aufgrund der Klausel günstiger. Gegen diesen Ansatz ist, meiner Meinung nach, nichts einzuwenden. Sicherlich gibt es eine entsprechende Zielgruppe.

Problematisch wird es, wenn ein gut sichtbarer Hinweis „fehlt“. Eine Klausel im Kleingedruckten mag rechtlich in Ordnung sein, entspricht aber keineswegs der gelebten Realität der meisten Menschen. Wer bisher bei der Telekom eine Flatrate abschloss, konnte zu Recht davon ausgehen, dass es keine Volumenbegrenzungen gab. Ich kenne die Werbeprospekte nicht, aber ich glaube kaum, dass darin in adäquater Weise auf die Volumenbeschränkung hingewiesen wurde. (Sollte es anders sein, lasse ich mich gerne belehren.)

Die Telekom sollte sollte sich darüber im klaren sein, dass das Internet zum inhärenten Bestandteil des allgemeinen Lebens geworden ist. Jemandem den Zugang zu erschweren ist mittlerweile gleichbedeutend mit einer gesellschaftlichen Isolierung. Zwar handelt es sich bisher nur um Gerüchte, aber spätestens wenn es zu den ersten Drosselungen kommt dürfe ein Sturm der Entrüstung über den Konzern hereinbrechen, der (wahrscheinlich) alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Sicher ist, dass diese Aktion die Telekom Kunden kosten und dem ohnehin angeschlagenen Image weitere Kratzer beibringen wird.

Weitere Artikel zu dem Thema:

http://detektor.fm/wirtschaft/geruechte-plant-die-telekom-dsl-daheim-zu-drosseln/

http://winfuture.de/news,75251.html

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